Wolfgang Johann MA

Seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sprache, Literatur und Medien der Europa-Universität Flensburg. Promotionsprojekt zum Diktum Adornos („Das Diktum Adornos: Adaptionen und Poetiken. Rekonstruktion einer Debatte“) betreut von Iulia-Karin Patrut (Flensburg) und Sven Kramer (Lüneburg) und mit einem Promotionsstipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert. Im Rahmen des ehrenamtlichen Engagements bei der Aktion 3. Welt Saar entstanden drei Broschüren unter dem Titel Gegen das Vergessen – Orte des NS-Terrors und Widerstandes zu drei Landkreisen im Saarland, die in den Lehrplan für saarländische Gemeinschaftsschulen aufgenommen wurden.

 

Forschungsschwerpunkte:

  • Paul Celan
  • Holocaust-Literatur & kulturelle Repräsentation des Holocausts in der deutschen Gesellschaft
  • Deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts
  • Deutsche Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Kulturelle Identitätskonstruktionen
  • Widerstand und Verweigerung in der Literatur
  • Kritische Theorie

Abgeschlossene Forschungsprojekte:

  • Das Diktum Adornos: Adaptionen und Poetiken. Rekonstruktion einer Debatte

Das Diktum Adornos, wonach es barbarisch sei, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben, ging stilprägend in die Kulturgeschichte der frühen Bundesrepublik ein und ist bis heute abrufbar im deutschen aber auch internationalen Kulturgedächtnis. Es prägte eine ganze Generation von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die ihre poetologischen Überlegungen eines Schreibens nach Auschwitz oftmals entlang des Diktums bildeten und formulierten. Die übergreifende These der Arbeit argumentiert, dass das Diktum Adornos Index eines bestimmten historischen Verlaufs ist, welcher mit Friedrich Schiller begann und mit Auschwitz zu einem Ende gekommen ist: Das Diktum Adornos ist der letzte Debattenbeitrag der Moderne, die Debatte über das Diktum eine der ersten Debatten der Postmoderne.