Reto Rössler MA

Seit April 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sprache, Literatur und Medien und im B.A.-Studiengang European Cultures and Society der Europa-Universität Flensburg. Zuvor Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt ‚Versuch‘ und ‚Experiment‘: Konzepte des Experimentierens zwischen Naturwissenschaft und Literatur (1700-1960) der Universität Innsbruck (2015-2017), der Germanistik der Universität Trier (2012) sowie im SFB 600 Fremdheit und Armut: Wandel von Inklusions- und Exklusionsformen von der Antike bis zur Gegenwart (2011). Von 2012 bis 2014 Stipendiat im binationalen Promotionsprogramm PhD.Net: Das Wissen der Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

Aktuelle Forschungsprojekte:

Weltgebäude. Poetologien kosmologischen Wissens der Aufklärung

Das Dissertationsprojekt verfolgt die These, dass das 18. Jahrhundert – auf dem Boden des kopernikanisch-newtonschen Paradigmas – eine eigene Kosmologie ausbildete: die des Weltgebäudes. Untersucht werden die Formationsbedingungen dieser kosmologischen Modellbildung in literarischen wie expositorischen Texten der Aufklärung sowie Wechselwirkungen zwischen Kosmologie, Anthropologie, Geschichtsphilosophie und Poetik (Abstract zum Download).

Wissens- und Mediengeschichte des ‚Versuchs‘ der Aufklärung

Teilprojekt 1 im Rahmen des DFG-Projekts Versuch und Experiment. Konzepte des Experimentierens zwischen Naturwissenschaft und Literatur [1700-1960] der Universität Innsbruck: Der Versuch bildet eine der zentralen, wenngleich bislang noch wenig erforschten Wissensformen der Aufklärung. Die Studie zeigt, dass Wissen und Wahrheit im 18. Jahrhundert nicht nur in deduktiven Systemen dargestellt, sondern parallel auch in der Prozess- und Verlaufsform des Versuchs entworfen und diskutiert wurde. Dem Versuch ist dabei eine besondere Dynamik eigen, er bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Experimentalkultur und essayistischem Schreiben, zwischen Naturforschung, Gelehrtenkultur und Populärwissen sowie zwischen Poetik, Anthropologie und Ästhetik. Das Teilprojekt untersucht die Möglichkeitsbedingungen und Zirkulationsbewegungen dieser (impliziten) Gattung ebenso wie ihr recht plötzliches Ende am Übergang zum 19. Jahrhundert.

Wissensgeschichte von Kosmos und Kontingenz

Das Projekt untersucht die Verflechtungsgeschichte von Kosmologien mit Konzepten der Kontingenz von der Antike bis zur Gegenwart in Philosophie, Naturwissenschaften, Künsten und Medien: Welche Bedeutung kommt Kontingenz innerhalb von Kosmologien zu? Welche historischen Verschiebungen erfahren die Konzepte des Kosmos’ und der Kontingenz und wie bilden sie sich aneinander aus? Und wie lassen sich schließlich die Beziehungen zwischen dem Himmel, den Dingen und Lebewesen darstellen und erzählen? Buchpublikation: (gem. mit Tim Sparenberg und Philipp Weber): Kosmos und Kontingenz. Eine Gegengeschichte. Paderborn 2016. Webseite: http://kosmosundkontingenz.de

Editionsprojekt: Abraham Gotthelf Kästners Lehrgedichte

Die Edition umfasst elf Lehrgedichte des Naturforschers, Mathematikers und Dichters Abraham Gotthelf Kästner (1819-1800). Das Lehrgedicht, dessen Anfänge bis in die Antike zurückreichen, lässt sich weder gänzlich der Dichtung noch den expositorischen Gattungen zurechnen. Gerade diese prekäre Zwischenstellung aber scheint die enorme Produktivität und Dynamik dieser Darstellungsform in Aufklärung und Früher Neuzeit auszumachen. An Kästners Lehrdichtung, heute weitgehend in Vergessenheit geraten, können exemplarisch die Interdependenzen zwischen Naturwissenschaft, Poesie und Poetik um die Mitte des 18. Jahrhunderts aufgezeigt werden (im Erscheinen).

Habilitationsprojekt: Medium Europa

(in Vorbereitung)