Dr. Wolfgang Johann

Seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sprache, Literatur und Medien der Europa-Universität Flensburg. Promotion zu Adorno (Das Diktum Adornos: Adaptionen und Poetiken. Rekonstruktion einer Debatte, Würzburg 2018). Im Rahmen des ehrenamtlichen Engagements bei der Aktion 3. Welt Saar entstanden drei Broschüren unter dem Titel Gegen das Vergessen – Orte des NS-Terrors und Widerstandes zu drei Landkreisen im Saarland, die in den Lehrplan für saarländische
Gemeinschaftsschulen aufgenommen wurden.

Arbeits- und Forschungsgebiete:

  • Holocaust-Literatur und Repräsentation des Holocaust in der deutschen
    Gesellschaft
  • Debattengeschichte der ‘Vergangenheitsbewältigung’ in der Bonner und
    Berliner Republik
  • Sozio-kulturelle Konstruktionen von Identität und Alterität
  • Deutsch-jüdische Literaturen der Peripherie (Wilna, Czernowitz, Prag)
  • Widerstand und Verweigerung in der Literatur
  • Deutschsprachige Literatur des 19. bis 21. Jahrhunderts im europäischen
    Kontext
  • Deutsche Kulturgeschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts im europäischen
    Kontext
  • Kritische Theorie (mit Schwerpunkt Adorno, Horkheimer, Benjamin, Marcuse)

Abgeschlossene Forschungsprojekte:

  • Das Diktum Adornos: Adaptionen und Poetiken. Rekonstruktion einer Debatte

Das Diktum Adornos, wonach es barbarisch sei, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben, ging stilprägend in die Kulturgeschichte der frühen Bundesrepublik ein und ist bis heute abrufbar im deutschen aber auch internationalen Kulturgedächtnis. Es prägte eine ganze Generation von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die ihre poetologischen Überlegungen eines Schreibens nach Auschwitz oftmals entlang des Diktums bildeten und formulierten. Die übergreifende These der Arbeit argumentiert, dass das Diktum Adornos Index eines bestimmten historischen Verlaufs ist, welcher mit Friedrich Schiller begann und mit Auschwitz zu einem Ende gekommen ist: Das Diktum Adornos ist der letzte Debattenbeitrag der Moderne, die Debatte über das Diktum eine der ersten Debatten der Postmoderne.